#LBM – ich mag Dich als kleine Schwester der #FBM

Vor jeder Buchmesse komme ich ins Grübeln: Fahre ich oder fahre ich nicht nach Leipzig, um als Bücherwurm zwischen Kinder- und Jugendbüchern zu stöbern. Fahre ich? Fahre ich nicht? Fahre ich? Fahre ich nicht? Dieses Jahr habe ich wirklich lange mit mir gehardert…

Wollte ich mir wirklich wieder die Füße platt laufen? Von einem Vortrag zum nächsten hechten? Wenn mal wieder die nächste Lesung (die ich mir im Vorfeld mühevoll für den Terminkalender heraus kristallisiert habe) zeitgleich in der übernächsten Halle startet? Aber wo sonst bekommt man diesen bunten Blumenstrauß an Veranstaltungen rund um Neuerscheinungen, Trends und netten Gesprächen? Nach Ausreden suchen, gilt nicht. Also auf nach Leipzig.

„LBM2019, ich freue mich auf Dich!!!“

 

 

Paul Maar und sein Snuffi

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Vorweg… ich fahre seit drei Jahren auf beide große Buchmessen, im Frühjahr nach Leipzig und im Herbst nach Frankfurt/M. Vorab lege ich jedesmal einige Schwerpunkte fest und definiere diese auch mit jedem Besuch neu. Bisher war mein Ansatz, möglichst viele Lesungen zu hören. Dieses Mal in Frankfurt habe ich mir bewusst Zeit genommen, von nur einem Buchautor zu hören, was er zu sagen hat. Dafür aus verschiedenen Blickwinkeln.

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Paul Maar. Jeder der mit Kinderbüchern zu tun hat, kennt das SAMS von Paul Maar. Dabei ging es auf dieser Messe in erster Linie nicht um den kleinen rothaarigen Kobold mit den Wunschpunkten im Gesicht. Vielmehr um seinen neuen Kinderbuch-Held „Snuffi Hartenstein“. Zum Einstieg verfolgte ich also Paul Maars Lesung im Lesezelt. Das Paul Maar schon 80 Jahre alt ist, sieht und hört man ihm nicht an. Im Gegenteil macht es Freude dem Kinderbuchautor zuzuhören.

Seine neue Geschichte handelt von dem Hund Snuffi, den es nur als Freund in der Phantasie eines Jungen gibt und der auf dem Abstellgleis gelandet war. Die Geschichte beleuchtet also nicht – wie man zunächst vermuten mag – die Beziehung Kind plus Hund, sondern beginnt bei Schnuffies Frage „Ich bin doch ein Phantasiehund – wo soll ich hin, wenn ich nicht mehr gebraucht werde?“ Eine warmherzige Geschichte, über einen mittelgroßen, gefleckten Hund und einen Mops, die beide auf der Suche nach neuen Aufgabe in der Phantasie der Kinder sind.

Vielleicht hätte die Fragerunde im Anschluss der Lesung im Lesezelt schon gereicht für eine Blick hinter die Kulissen, doch hätte ich etwas verpasst, wenn ich mir das Interview von Roswitha Budeus-Budde am Stand der SÜDDEUTSCHE ZEITUNG nicht angehört hätte. Ein lebendiger Wortwechsel mit interessanten Fragen nicht nur zur Person Paul Maar und seinen Kinderbuchfiguren sondern auch zum Schreibstil und möglichen, politischen Botschaften in seinen Kinderbüchern. Nicht immer hat Paul Maar gezielt auf die Frage geantwortet. Manchmal genügte auch ein Lächeln um zwischen den Zeilen zu lesen…

Für den Fall das ihr einmal in die Gelegenheit kommt, Paul Maar zu treffen… Kann ich Euch den Tipp geben, stellt ihm nicht die „Out-Frage“, die er wohl schon an die 1000 mal beantworten musste: „Welchen Wunsch würden Sie für einen Wunschpunkt einlösen, wenn Sie die Wahl hätten?“ Paul Maar wird diese Frage mit hoher Wahrscheinlichkeit  charmant umgehen wie in Frankfurt. „Das kommt ganz auf meine Lebenssituation an, ob ich mir den Weltfrieden wünschen soll, oder das Taschentuch um meine triefende Nase zu stoppen.“

Als Hobbyschreiber auf der Buchmesse

Muss man als Hobbyschreiber und Lokaljournalist einer gemütlichen Fachwerkstatt auf der Frankfurter Buchmesse mitmischen? Unbedingt! Reicht dafür 1 Tag Messeluft schnuppern? Keinesfalls! Aber egal, ich habe diesen einen Tag bestens mit Programm gefüllt. Vorab zu entscheiden, welche Termine ich schon vor Messebeginn streiche, viel mir tatsächlich nicht leicht:

„Tausche ich mich mit anderen Bloggern beim Blogger-Frühstück aus, lausche ich dem Tatort-Darsteller Miroslav Nemec bei seiner Krimi-Lesung oder diskutiere ich den Verlags-Alltag mit den BücherFrauen und interessanten Verlagsmenschen?“

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Wenn Mama und Tochter gemeinsam unterwegs sind, werden sie zu Buchentdeckern!

Einen Großteil meiner Zeit war ich mit den BücherFrauen unterwegs – dieses mal mit Barbara Neeb und wie schon in Leipzig, mit Jana Stahl. Das war die beste Entscheidung. Ich konnte gleich bei zwei Messeführungen einen umfangreichen Blick hinter die Kulissen werfen. Wo sonst kommt man so nah mit Lektoren und anderen Buchmenschen ins Gespräch, die sich dann auch noch Zeit nehmen für ein Plauderstündchen bei Kaffee und Keksen? Herrlich! Es kamen tolle Gespräche zu Stande. Barbara Neeb hatte außerdem die besten Tipps für unsere Nele, an welchen Messeständen die besten Giveaways verteilt wurden 🙂

Die Tatsache, dass Kontakte einer der wichtigsten Bausteine in der Verlagsbranche sind um vorwärts zu gehen, hat sich noch einmal mehr für mich bestätigt. Um so mehr hat es mich gefreut in Frankfurt nette Menschen wieder getroffen zu haben, die ich im Frühjahr zuvor auf der Leipziger Buchmesse kennengelernt hatte. Und auch von meinen neuen Visitenkarten bin ich einige im Austausch losgeworden.

Aber es sind nicht nur die Gespräche, die einen Messebesuch so interessant machen. Es ist auch das bunte Treiben, das man einfach auf sich wirken lässt: umsehen, mitmachen, zuhören, Spaß haben – alleine dafür wäre ich gerne einen weiteren Tag geblieben. Dennoch konnte ich mir ganz viele Inspiration mitnehmen. Und ich weiß, wo meine Reise mich hinführen soll: die kommende Buchmesse in Leipzig steht bereits in meinem Terminkalender 🙂

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Beim Stand von Thiedemann-Esslinger haben wir natürlich auch wieder vorbei geschaut…

Stunden zählen bis zur #fbm16

Genau das richtige Wetter   um meinen Messetag in Frankfurt vorzubereiten… Wir werden uns am Freitag zu dritt auf den Weg machen. Unsere kleine Große ist auch dabei und darüber freue ich mich total. Der Vormittag auf der Buchmesse ist pickepacke vollgepackt mit interessanten Terminen. Aber so muss das sein.

Für den Nachmittag habe ich mein Programm noch nicht festgelegt. Ich hoffe, ich bekomme überhaupt mehr zu sehen, als nur die Halle 3 wo sich die Kinderbuchverlage tummeln. Klar werden wir auch bei den Mangas vorbeischauen und wenn wir schon mal da sind, werden wir sicher auch mal einen Blick in die Kochtöpfe der Food-Blogger werfen.

Ein vielversprechender Tag wird das… Ach ja, wie findet ihr meine neuen Visitenkarten? Ich finde, sie können sich sehen lassen 🙂 ❤

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Visitenkarten, Eintrittskarten, Zugfahrkarte – alles da…

 

Reichtum durch Zeilengeld?

Weit gefehlt! Als ich vor zwei Jahren das Schreiben als freie Journalistin anfing, war ich keinesfalls auf der Suche nach einer guten Einnahmequelle. Wäre das der Fall gewesen, hätte ich mir besser wieder meine Kellnertasche aus den 90ern umgeschnallt.

Es war anders herum: der Job hat mich gefunden. Obwohl ich damals vorgewarnt war – durch diesen wunderbaren SPIEGEL-ONLINE Beitrag – habe ich genau das gelernt: schreiben macht nicht reich aber glücklich. Glücklicherweise arbeite ich für eine Redaktion, für die der Begriff ‚Ausbeute‘ ein Fremdwort ist. Und die die Arbeit ihrer freien Mitarbeiter zu schätzen weiß.

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Wer Schmetterlinge lachen hört, weiß wie Wolken duften. Carlo Karges, Songschreiber für Nena-Band

Warum ich schreibe? Durch das Schreiben nehme ich meine Umwelt intensiv wahr und das mache ich von Natur aus. Nicht nur bei einem Pressegespräch. Auf unserer Terrasse sehe ich die einzige Ameise, die schwer bepackt einen der unzähligen Brötchenkrumen unter dem Frühstückstisch abtransportiert. Unweigerlich muss ich mir die Frage stellen, wie weit sie ihre Beute wohl schleppen wird und ob sie ihre Eroberung alleine feiert. In meine Vorstellung wird sie natürlich teilen 🙂

Und schon ist er da, der Anfang einer neuen Geschichte. Auch wenn ich gerade gar nicht über das Frühstück einer Ameise schreibe, bin ich gespannt wie lange die Ameise durch meine Gedanken spaziert.