Noch 38 Tage bis zur Buchmesse

Die Zeit galoppiert dem Jahresende entgegen. Gefühlt Gestern habe ich noch an der Zuckertüte für unseren jüngsten Spross gebastelt. Die Blätter fallen unaufhaltsam von den Bäumen. In 38 Tagen öffnet die Frankfurter Messe ihre Pforten für alle Bücherfreunde. Es ist an der Zeit meinen Messetag zu takten, originelle Visitenkarten zu kreieren und meine kauzigen Ideen in die Tat umzusetzen. Vorher muss ich mir allerdings noch die Frage eingestehen: Möchte ich mich wirklich unter die Menschenmassen mischen und mir einen GANZEN Tag die Füße in stickigen Messehallen platt laufen? Ich glaube schon  😉

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Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen – lass Dich von der Welle tragen.

Kritische Leseratte im Ferienmodus

Ich bin immer noch im Ferienmodus und gönne mir eine Schreibpause. Was nicht heißen soll, dass ich mich derzeit nicht mit Büchern beschäftige. Im Gegenteil habe ich mir die letzten Tage sehr viel Zeit zum Lesen genommen. Die Auswahl meiner Ferienlektüre war allerdings ein Fehlgriff.

Die positiven Bewertungen, der vielversprechende Klappentext und das entzückende Cover von dem Kinderbuch „Das Kapitänshaus“ hatten mein Interesse sofort geweckt. Es wanderte also umgehend zu weiteren Büchern in mein Handgepäck.

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Das Kapitänshaus – meine (Vor)Leselektüre am ‚Playa de Canyamel‘.

Nach den ersten 10 Seiten sank meine Leselaune kontinuierlich. Eigentlich sollte die Fledermaus Lene ein altes Kapitänshaus entdecken und überglücklich als Bleibe beziehen – so zumindest die Ankündigung. Von einem spannenden Einzug in ein verlassenes Haus war allerdings keine Spur zu lesen. Die Fledermaus bewohnte das Haus bereits, welches zunächst nicht einmal weiter beschrieben wurde. Auch die Worte Meer, Wellen oder Gischt fehlten mir zum Malen der vielversprechenden Bilder in meinem Kopf.

Stattdessen blieb ich hängen an dem Satz „Lene war verdutzt über das formvollendete Verhalten des Katers“. Da frage ich mich doch, wie sich ein 5jähriger Zuhörer einen solchen Kater vorstellen soll… Ich habe mich schlecht gelaunt durch das Buch gequält, konnte glücklicherweise dann doch noch an der einen und anderen Stelle lachen, aber mitgenommen hat mich das Buch leider nicht. 2 Sterne würde ich allerdings vergeben für die schöne Idee, die hinter dieser Geschichte steckt.

Endlich Ferien und trotzdem Stress

img_6945Gegenwärtig könnte ich alleine mit meiner Juli-To-Do-Liste unsere Küchenwand tapezieren. Die hätte es ohnehin dringend nötig. Das Tapezieren ignoriere ich erst einmal.

Jawohl, ich nehme an meinem ersten Schreib-Wettbewerb teil. Ich habe keine Ahnung wohin mich diese Reise führen wird. Auch das Ende meiner Geschichte ist noch völlig unklar. Aber ich habe selber großen Spaß, meine Gedanken zu dem vorgegebenen Thema zu Papier zu bringen. Ich bin gespannt, wie die Jury zu meinem Abenteuer stehen wird. Doch widme ich mich jetzt lieber selbst noch einmal meiner neuen Figur. Viel Zeit bleibt nicht mehr… In 8 Tagen ist Abgabetermin für meine erste Kurzgeschichte!

Mallorca ist mehr als Plastikeimer mit Strohhalmen

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The same procedure as every year: „Seid ihr die Ferien weg?“ „Nein, diesen Sommer bleiben wir zu Hause.“ Diese Aussage stimmte bei uns auch in diesem Jahr bis Ende Mai. Jetzt, Anfang Juni, kommen wir ins Grübeln. Wir blicken auf einen Kilometer hohen Berg Bügelwäsche. Das Unkraut findet den Weg in die grüne Tonne nicht alleine. Die Garage würde sich über einen neuen Anstrich freuen.

Genau der richtige Zeitpunkt über eine Auszeit nachzudenken. Wir vertagen die unliebsamen Aufgaben lieber und buchen unseren Sommerurlaub.

In den letzten Tagen habe ich also das WorldWideWeb durchsucht. Wären wir am Wasser nicht auch mit Schaufel und Eimer unterwegs, hätten wir uns vielleicht für die Ideen-Burg entschieden. Trotz gigantischem Ausblick passte die Beschreibung „Direkter Meerzugang nur für geübte Schwimmer…“ leider nicht wirklich in unser Beuteschema. Dennoch bin ich sehr gespannt auf dieses Bauwerk. Ein Besuch des Museo Liedtke in Andratx ist bereits fest eingeplant. Ich freue mich auf diesen Ausblick, fernab vom All-inclusive-Tourismus und den vielen Hochhausburgen. Meinen Notizblock werde ich dabei haben 😉 . Ich bin gespannt, was unsere Kids hier entdecken werden…

Andratx: Außergewöhnliche Appartments zu erschwinglichen Preisen

Das lauteste Insekt der Welt

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Wochenmarkt in S’Arraco.

Fernab von Mallorcas Tourismus liegt, oberhalb von Andratx, der idyllische Ort S’Arraco. Etwa 600 Einwohner leben in diesem bezaubernden Bergdorf. Auf dem Wochenmarkt trifft man fast nur Einheimische, sowohl vor als auch hinter den Verkaufsständen. Die geernteten Apfelsinen leuchten nicht makellos orange – im Gegenteil, die Schale weist braune Punkte auf und grünes Gestrüpp ist auch noch dran. Herrlich anders und herrlich lecker!

Was unsere Familie seit 2013 aber noch viel mehr mit diesem spanischen Ort verbindet, sind die Mitchell’s. Seit fast 30 Jahren sind die beiden Papas befreundet. Mittlerweile ist für uns alle ein Mallorcaurlaub ohne zwei oder drei Tage Mitchell-Zeit gar nicht denkbar.

Bei unserem 1. Besuch vor drei Jahren in S’Arraco waren wir erstaunt darüber, mit welchen Lärmquellen es Mallorquiner zu tun haben können. Die Finca steht einsam in den Bergen, weit und breit kein Nachbar. Es ist kein Autobahnlärm und kein Flugzeug zu hören.

Dafür aber tausende singende Zikaden, die uns Stellenweise unser eigenes Wort nicht mehr verstehen lassen haben. Sie bleiben den ganzen Sommer. Die Männchen sind mit ihrem Gesang auf der Suche nach einem Weibchen. Ein gigantisches Spektakel!

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Herrenlose Ziegen und singende Zikaden teilen sich die Natur in den Bergen von Andratx.

Noch lassen die Zikaden auf sich warten, aber lange dürfte es nicht mehr dauern bis der Boden auch auf Mallorca warm genug ist um die Zikaden raus in die Sonne zu locken. In Amerika gibt es eine Zikadenart, die sogar 17 Jahre unter der Erde lebt, bevor sie raus ans Tageslicht krabbelt.

Hier eine beeindruckende Dokumentation über den Aufbruch, die Häutung und die Fortpflanzung der Zikaden. Sehr sehenswerte Aufnahmen im Zeitraffer:

Reichtum durch Zeilengeld?

Weit gefehlt! Als ich vor zwei Jahren das Schreiben als freie Journalistin anfing, war ich keinesfalls auf der Suche nach einer guten Einnahmequelle. Wäre das der Fall gewesen, hätte ich mir besser wieder meine Kellnertasche aus den 90ern umgeschnallt.

Es war anders herum: der Job hat mich gefunden. Obwohl ich damals vorgewarnt war – durch diesen wunderbaren SPIEGEL-ONLINE Beitrag – habe ich genau das gelernt: schreiben macht nicht reich aber glücklich. Glücklicherweise arbeite ich für eine Redaktion, für die der Begriff ‚Ausbeute‘ ein Fremdwort ist. Und die die Arbeit ihrer freien Mitarbeiter zu schätzen weiß.

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Wer Schmetterlinge lachen hört, weiß wie Wolken duften. Carlo Karges, Songschreiber für Nena-Band

Warum ich schreibe? Durch das Schreiben nehme ich meine Umwelt intensiv wahr und das mache ich von Natur aus. Nicht nur bei einem Pressegespräch. Auf unserer Terrasse sehe ich die einzige Ameise, die schwer bepackt einen der unzähligen Brötchenkrumen unter dem Frühstückstisch abtransportiert. Unweigerlich muss ich mir die Frage stellen, wie weit sie ihre Beute wohl schleppen wird und ob sie ihre Eroberung alleine feiert. In meine Vorstellung wird sie natürlich teilen 🙂

Und schon ist er da, der Anfang einer neuen Geschichte. Auch wenn ich gerade gar nicht über das Frühstück einer Ameise schreibe, bin ich gespannt wie lange die Ameise durch meine Gedanken spaziert.

Rettet den Löwenzahn vor dem Rasenmäher

Wem die jungen Löwenzahnblätter im Salat oder in der Pesto zu bitter sind, dem schmeckt vielleicht die süße Variante aufs Brötchen. Mit den kletternden Temperaturen schießt genau jetzt der Löwenzahn aus der Erde. Wer schneller mit dem Pflücken ist als der Gärtner mit dem Rasenmäher, bekommt im April die wertvollste Ernte.

Worauf warten? Auf die Plätze – pflücken – los!
(natürlich erst, wenn ihr meinen 1. Pressefilm von 2014 angeschaut habt)


Den Pressebericht gibt’s sogar noch online zu lesen. Im Familien-Portal von lokalo24.de

Verbotene Spielplätze

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Was es wohl hinter den Schieferplatten von Goethes Gartenhaus zu entdecken gibt?

Auf einem Dachboden können ja manchmal seltsame Dinge passieren. Ich habe es als Kind geliebt, mit meiner Cousine über die morschen Holzstufen bis unter den Dachgiebel zu klettern. Klar war das verboten! Aber es war einfach zu verlockend, sich hinter verstaubten Kisten zu verstecken, sich dabei die Spinneweben aus den Haaren zu kämmen und herzklopfend auf das nächste Geräusch zu warten. Eine fallende Stecknadel hätte uns in die Flucht geschlagen. Wir verbrachten unendliche, heimliche Stunden auf Nachbars Speicher. Das Verbotsschild am Eingang der fehlenden Haustür war uns egal.

Unseren eigenen Kindern würden wir sooooooo einen geheimen Schlupfwinkel selbstverständlich niemals als Spielplatz erlauben!

Aber genau so ein wundervoller Dachboden ist der Schauplatz meiner neuen Geschichte. Die Rollen sind alle vergeben. Die ersten Worte sind zu Papier gebracht. Mein lieber Mann durfte wie immer als Erster lesen. Und wie immer hat er sich kopfschüttelnd amüsiert 🙂 Jetzt heißt es erstmal: schreiben, schreiben, schreiben…

Messegewusel in Leipzig

 

12321186_474822879385105_1292989025618296515_nDas war ein Freitag! Mit dem Auffahren auf die Autobahn war mir schlagartig wieder klar: im Osten geht die Sonne auf. Blinzelnd, um den Verlauf der A38 überhaupt zu sehen, fuhr ich unseren Bully souverän 250 km zur Leipziger Buchmesse. Just in time, 10 Minuten vor Treffpunkt, stand ich wie verabredet an der Rose vor dem Messeeingang West. Yeah! Besonders mein lieber Mann war stolz auf meine zeitliche Punktlandung 🙂

Jana Stahl von den BücherFrauen und Norina Stefan von Verlage der Zukunft hatten einen interessanten Gesprächsleitfaden für uns Gewinnerinnen zusammengestellt. In einem Rundgang wuselten wir uns zu den weiblichen Führungskräften der Verlage Esslinger, Belz und Kosmos vor. Geduldig beantworteteLeipziger Buchmessen die Powerfrauen unsere Fragen. Es waren mega spannende 90 Minuten!

Eigentlich bin ich ja diejenige, die mit Fotokamera und Notizbuch in der Hand die Leute ausfragt. In Leipzig habe ich für einen kurzen Moment die Seiten gewechselt. Dr. Sandra van Lente von den Junge Verlagsmenschen hat mir ein paar Fragen zur Führung gestellt. Wer noch mehr wissen möchte, hier das Interview zum Nachlesen.

Fazit: Ich habe in Leipzig tolle Netzgemeinschaften kennengelernt, die super viel Laune machen!

Ausgelost!!! Wow, wie cool!!

schaf_sonne
Das Gras ist grün. Der Himmel ist blau. Die Sonne scheint.

Kennt ihr die Bücherfrauen? Ich habe sie erst kürzlich kennengelernt und prompt bei einer Verlosung gewonnen: eine Führung auf der Leipziger Buchmesse zu diversen Messeständen. Ich bin sehr gespannt, was mich dort erwartet. Sicherheitshalber bin ich vorbereitet und werde ein paar Manuskripte in der Tasche haben. Man weiß ja nie, über welch glückliche Zufälle man so stolpert.

Die Bücherfrauen sind ein Netzwerk von Verlagsfrauen, Autorinnen, Journalistinnen und Frauen die in anderen Berufszweigen rund um das Buch tätig sind. Ich freue mich darauf, mit den Frauen ins Gespräch zu kommen. Ich glaube, heute werde ich den ganzen Tag nicht mehr aufhören durch die Wohnung zu tanzen…