Aufgeregte Leseratten und ich in der Jury

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Jona aus der 4. Klasse.

Das war ja mal ein spannendes Abenteuer – ich als Mitglied einer Jury. Die Grundschule im Ort veranstaltet jedes Jahr einen Lesewettbewerb und kürt die besten Leseratten aus den 3. und 4. Klassen. Jede Klasse hatte drei ihrer besten Leser ins Rennen geschickt.

Zunächst galt es, in einer vorgegeben Zeit aus der eigenen Lieblingsgeschichte vorzulesen. Im zweiten Teil musste aus einem unbekannten Text gelesen werden – schon kniffeliger.

Bis dato hatte ich nur Autorenlesungen besucht. Aber die kleinen Leser standen dem in nichts nach. Die Betonung an den richtigen Stellen hat alle Zuhörer mit in die Geschichten genommen. Und immerhin, saß dort ja mit allen Schüler ein recht großes Publikum.

Spannend fand ich die Wahl der Schüler ihrer Lieblingsbücher. Einen Großteil kannte ich. Klar war ein Band von „Die Schule der magischen Tiere“ dabei. Bei uns zu Hause wird diese Reihe auch gerade nach und nach verschlungen [Achtung Zusatz: unbezahlte Werbung].

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Die Jury bei der Arbeit: Schnelligkeit, Betonung, fehlerfreies Lesen – das braucht eine große Zettelwirtschaft beim Notieren…

Mehr als baff war ich zugegeben, als ein Junge aus seinem Mathebuch vorgelesen hatte. Bis dahin war mir wirklich nicht klar, dass in einem Zahlenbuch soviel Text stehen kann. Aber es sei nunmal sein Lieblingsbuch, ein hieb- und stichfestes Argument dem die Jury nichts hinzuzufügen hatte. Ein Text ohne Spannungsbogen würde ich mal sagen 😉

Mit in der Jury saßen übrigens die beiden Klassenlehrerinnen und Lese-Omi Gitte, ein wahrer Schatz für die Schule. Wo im Schulalltag die Zeit fürs Lesen fehlt, übernimmt sie den Part des Zuhörers oder liest selbst etwas vor. Ich vermute, alle Kinder (und das sind über 100) kennen und lieben es, für Oma Gitte zu lesen. Das Lesen hat also einen großen Stellenwert an unserer Schule.

Mir hat es wirklich Spaß gemacht, einen Vormittag mit den kleinen Leseratten zu verbringen. Eine interessante Erfahrung, welcher Lesestoff bei den Kids gerade total angesagt ist…

Nele Neuhaus: Hessen lebt Respekt

Geplant war das nicht, sooooo lange keinen Ton von mir zu geben. Es ist nur so, dass schwups der Tag vorbei ist, zack die Woche verstrichen und was soll ich sagen, das Kalenderblatt am Monatsende umgedreht. Und ach ja, da war ja noch der 25. Mai und dieses böse Wort „DSGVO“ (Datenschutzgrundverordnung). Auch darum habe ich mich nach besten Wissen und Gewissen gekümmert. Mein Blog sollte jetzt den neuen Vorgaben der Gesetzesänderung genügen.

Kreativ war ich trotz Blog-Auszeit. Eine weitere Kurzgeschichte ist entstanden, eine für mich ganz besondere, über die ich Euch sicher noch erzählen werde. Ich habe nette Leute getroffen und die Chance genutzt, ihnen über die Schulter zu schauen. Nicht nur auf der Buchmesse in Leipzig, sogar hier im „ländlichen“ Kassel.

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Autoren-Talk mit Nele Neuhaus und Gewinnern des Schreibwettbewerbs.

Nele Neuhaus, Buchautorin und Schirmherrin des Initiative Hessen lebt Respekt, hatte Ende Januar einen Schreibwettbewerb für Jugendliche im alten Bahnhof moderiert, an dem auch unsere große Nele teilgenommen hatte. Die fünf Gewinner, ausgewählt u. a. von Nele Neuhaus in der Jury, durften ihre Geschichten zum Thema „Respekt, was geht – Erzähl‘ Deine Story“ vorlesen.

Wahnsinn, was für Geschichten aus so jungen Köpfen heraus sprudeln können. Ich war begeistert von den Ergebnissen und auch von Nele Neuhaus. Wie sie die guten Texte hervorgehoben und Anstöße für Verbesserungsmöglichkeiten gegeben hatte. Das Ticket zu ihrer Schreibwerkstatt hätte ich gerne genommen 😉 Also ehrlich, ich hätte etwas verpasst, wenn ich meine Tochter nicht begleitet hätte zu dieser schönen Veranstaltung.

Und natürlich platze ich vor stolz – auch ohne Siegertreppchen – wenn ich die Worte unserer Tochter  lese, was für sie Respekt bedeutet – klare Worte unserer kleinen, großen Weltverbesserin die Mamas Herz ganz groß und weit machen…

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Lesungen zu „Hessen lebt Respekt“ mit Nele Neuhaus (Mitte) im Bahnhof Kassel.

50.000 Wörter in 30 Tagen?

Experimentierfreudig wie ich bin, habe ich mich nicht abschrecken lassen: 50.000 Worte in nur einem Monat schreiben, geht das? Für mich eine utopisch hohe Zahl. Wie soll das in einem ohnehin vollgepackten Alltag gehen? Aber gut, jammern galt nicht. „Auf gehts“, dachte ich mir, das Anmeldeformular zum #NaNoWriMo (National Novel Writing Month) war schnell ausgefüllt.

Bringt man täglich 1.667 Worte zu Papier, hält man am Ende des Novembers einen fertigen Roman in den Händen. Soweit die Theorie, der Gedanke hinter diesem charmanten Wettbewerb. Die Recherche kommt im Anschluss, bei der Überarbeitung des Werks. Unvoreingenommen, einfach drauf los schreiben, Lücken riskieren, Hauptsache schreiben…

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Schon in der ersten November-Woche musste ich das bittere Resümee ziehen, dass ich weit entfernt war von dem erforderlichen Schreibpensum. Die Chance, dass ich am Wochenende die aufgestauten Fehlworte aufholen hätte können, ging gegen Null. Die Flinte ins Korn zu werfen war auch keine Option. Am Tag 5 habe ich meine persönlichen Spielregeln aufgestellt, mit für mich erreichbaren Zielen:

Regel 1: Baby bekommt stets und sofort das Recht auf Zuwendung wenn ihm (oder umgekehrt 😉 ) danach ist, genau wie alle weiteren im Haushalt lebenden Personen. Ggf. muss der iMac im Standby-Modus warten.

Regel 2: Ich bin stolz, wenn ich meine Geschichte auch nur mit einem einzigen Satz weiter voran bringe, solange ich nur täglich an der Fortsetzung arbeite.

Regel 3: Ab sofort wird das Haus nicht ohne NaNoWriMo-Notizbuch und Schreibwerkzeug verlassen. Jede Wartezeit wird gescribbelt was das Zeug hält.

Regel 4: Der Austausch in NaNoWriMo-Social-Media-Gruppen gehört zum regelmäßigen Pflichtprogramm. Nicht jedes Kommentar muss zu Ende gelesen oder kommentiert werden. Das persönliche Stimmungsbarometer preiszugeben oder ein paar aufmunternde Worte für Mitstreiter da zu lassen, muss drin sein.

Und was soll ich sagen, der NaNoWriMo war eine super Erfahrung. Ich habe mehr als die Hälfte an Worten geschafft und bin glücklich damit. Ohne den Wettbewerb hätte ich nicht einmal angefangen mit meiner Geschichte, die mir schon lange im Kopf rumgeistert. Jetzt heißt es auch ohne NaNoWriMo dranbleiben und weitermachen. Und ganz sicher weiterhin nach meinen eigenen Spielregeln, eben so, wie es in den Familien-Alltag passt ❤ .

Zutat für ein neues Schreib-Abenteuer: Basilikum-Eis

Für meine neue Geschichte experimentiere ich derzeit in der Küche. Denn welches ist denn nun das beste Basilikum-Eis-Rezept? Mit Joghurt verfeinert? Auf Sahne verzichten oder auf keinen Fall? Ist die Buttermilch des Rätsels Lösung? Welche Zutaten kommen rein, in das leckerste Basilikum-Eis?

Basilikum-Eis
Was gehört rein, in das leckerste Basilikum-Eis?

Letzten Sommer auf Mallorca haben wir uns bei jedem Abendspaziergang in der hübschen Altstadt Artà eine Kugel gegönnt, von dem leckersten Basilikum-Eis. Namenhafte Eishersteller führen die gesuchte Sorte leider nicht in ihrem Sortiment. Rezeptvorschläge im WorldWideWeb gibt es viele. Also bleibt nur eine Möglichkeit: selber ausprobieren! Die erste Ladung gefriert gerade im Eisfach. Ich bin schon sehr gespannt auf das Geschmackserlebnis…

Keine Zeit zu Lesen?

„Ein Text ist nicht dann vollkommen, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann.“ ― Antoine de Saint-Exupery

Meine tägliche Arbeit besteht darin, viel Inhalt in wenig Text zu packen. In diesem Punkt gleichen sich die meisten Online- und Zeitung-Leser: bei unserer täglichen Informationsflut die wir zu bewältigen haben, bleibt meist nur die Zeit für ein flüchtiges Scannen von Texten, manchmal allenfalls der Überschriften. Mir selbst geht es jedenfalls so.

Schreibe ich an einer Geschichte, habe ich zwar meinen roten Faden vor meinem geistigen Auge, meinen Plot, doch bin ich erst mal im Flow, glühen die Tasten… Gerade habe ich eine Geschichte fertiggestellt, mit „ach du je“, ganzen 2.500 Zeichen zufiel. Erlaubt waren 10.000 Zeichen für eine Kurzgeschichte. In so einem Fall hilft nur eine Auszeit. Oft reichen mir ein paar Stunden, um den nötigen Abstand zu bekommen und um dann gnadenlos mit der Löschtaste zu spielen.

Und siehe da, die neue, abgespeckte Fassung meiner Kurzgeschichte (die durch die Kürzung unweigerlich entstanden ist) gefällt mir um Längen besser! Manchmal ist weniger eben doch mehr!

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Es ist Winter!

Endlich Ferien und trotzdem Stress

img_6945Gegenwärtig könnte ich alleine mit meiner Juli-To-Do-Liste unsere Küchenwand tapezieren. Die hätte es ohnehin dringend nötig. Das Tapezieren ignoriere ich erst einmal.

Jawohl, ich nehme an meinem ersten Schreib-Wettbewerb teil. Ich habe keine Ahnung wohin mich diese Reise führen wird. Auch das Ende meiner Geschichte ist noch völlig unklar. Aber ich habe selber großen Spaß, meine Gedanken zu dem vorgegebenen Thema zu Papier zu bringen. Ich bin gespannt, wie die Jury zu meinem Abenteuer stehen wird. Doch widme ich mich jetzt lieber selbst noch einmal meiner neuen Figur. Viel Zeit bleibt nicht mehr… In 8 Tagen ist Abgabetermin für meine erste Kurzgeschichte!

Reichtum durch Zeilengeld?

Weit gefehlt! Als ich vor zwei Jahren das Schreiben als freie Journalistin anfing, war ich keinesfalls auf der Suche nach einer guten Einnahmequelle. Wäre das der Fall gewesen, hätte ich mir besser wieder meine Kellnertasche aus den 90ern umgeschnallt.

Es war anders herum: der Job hat mich gefunden. Obwohl ich damals vorgewarnt war – durch diesen wunderbaren SPIEGEL-ONLINE Beitrag – habe ich genau das gelernt: schreiben macht nicht reich aber glücklich. Glücklicherweise arbeite ich für eine Redaktion, für die der Begriff ‚Ausbeute‘ ein Fremdwort ist. Und die die Arbeit ihrer freien Mitarbeiter zu schätzen weiß.

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Wer Schmetterlinge lachen hört, weiß wie Wolken duften. Carlo Karges, Songschreiber für Nena-Band

Warum ich schreibe? Durch das Schreiben nehme ich meine Umwelt intensiv wahr und das mache ich von Natur aus. Nicht nur bei einem Pressegespräch. Auf unserer Terrasse sehe ich die einzige Ameise, die schwer bepackt einen der unzähligen Brötchenkrumen unter dem Frühstückstisch abtransportiert. Unweigerlich muss ich mir die Frage stellen, wie weit sie ihre Beute wohl schleppen wird und ob sie ihre Eroberung alleine feiert. In meine Vorstellung wird sie natürlich teilen 🙂

Und schon ist er da, der Anfang einer neuen Geschichte. Auch wenn ich gerade gar nicht über das Frühstück einer Ameise schreibe, bin ich gespannt wie lange die Ameise durch meine Gedanken spaziert.