#DIY #KresseEier für den Oster-Brunch

29. März 2021

Dieses Jahr stecken wir besonders viel Liebe in die Gestaltung des Osterfestes. Auch ohne Corona spielt ein detailverliebtes Frühstücksbuffet an Ostern immer eine große Rolle. Wertvolle Familienzeit, immer mit dem Blick aus dem Fenster gerichtet, ob nicht doch schon hinter einem Blatt ein verstecktes Osterei in der Sonne glitzert. Oder man doch den magischen Moment erwischet und den vorbeihoppelnden Osterhasen entdeckt. Und an so einem gedeckten Ostertisch, darf ein buntes Kresse Ei nicht fehlen, oder?

Kresse-Ergebnis an Tag 6.

Alle Zutaten im Haus?

Ganz wichtig: die Kresse braucht etwa 1 Woche, bis ihr sie ernten könnt. Mit Sonnenlicht auf der Fensterbank schafft es die Kresse sogar schon in 5-6 Tagen. Es braucht nicht viel, und es macht einfach Spaß, der Kresse beim Wachsen zuzuschauen.

#materialliste

  • Kresse-Samen
  • geöffnete Eierschalen
  • Watte, Blumenerde oder Küchenkrepp
  • wasserfeste Malstifte, z. B. Multimaker
    (Wasserfarbe oder Filzstift verläuft beim täglichen Gießen)

Schritt 1: Eier picken

Mit einem spitzen Messer pickt ihr in Mini-Schritten die Eierschale ganz vorsichtig auf. Schaut nach dem ersten „Knack“ in welche Richtung die Schale reißt und arbeitet die Öffnung dahin weiter. Habt ihr einen Eierschalensollbruchstellenverursacher im Schrank stehen, so wie wir? Damit funktioniert die saubere Schnittkante sogar beim rohen Ei.

Schritt 2: Eierschalen reinigen

Bevor ich die Eierschalen in Blumentöpfe verwandele, kommen sie bei mir ins heiße Wasser. Ich mache es mir da einfach und gieße die Schalen einfach mit kochendem Wasser aus dem Wasserkocher über.

Schritt 3: nach Herzenslust bemalen

Das Bemalen macht am meisten Spaß, und noch mehr, umso mehr Maler am Tisch sitzen. Ruck zuck sind die schönsten Muster entstanden. #happyfamilienzeit

Schritt 4: Kresse sähen

Nun muss den Kressesamen noch ein weiches Bett aus Watte, Blumenerde oder Küchenkrepp zu bereiten und die Samenkörner darauf verteilen.

Schritt 5: Warten & gießen

Es ist erstaunlich, wie viel Wasser die Kresse zum Wachsen benötigt. Wir haben jeden Tag einen Schluck Wasser aufgefüllt. Der Wasserstand darf ruhig gerade so zu sehen sein. Man bekommt täglich ein anderes Bild präsentiert, und wir freuen uns schon auf den leckeren Brotaufstrich.

Wir lieben es, die Welt mit Kinderaugen zu sehen

Silke Kuri. Ich liebe die Farben des Lebens. Meist ist unser Familien-Alltag so bunt wie ein Feuerwerk, aber können wir durchaus auch uni. Alle gemeinsam oder jeder für sich – stets bemüht im Kampf gegen langweiligen Einheitsbrei.


Zeilenkauz auf Instagram


Informiert bleiben mit
dem Abo-Knopf


Warum sind die Eier
zu Ostern bunt?

Habt ihr diese Frage zu Ostern auch schon von euren Kindern gestellt bekommen? Christoph, von DER SENDUNG MIT DER MAUS, kennt die Antwort und erzählt sie euch in 3 Minuten mit einer Sachgeschichte.

Wie gut kennst du dich mit Ostern aus?

Geolino stellt dein Wissen mit 12 Fragen rund um Osterbräuche auf den Prüfstand. Macht Spaß und macht schlau – also hüpf doch mal rüber.


Zeilenkauz

Vom Teufel seiner Brücke und anderen Giganten

Kassel. Höhepunkt eines Besuchs des Bergparks Wilhelmshöhe sind zweifelfrei die Wasserspiele in dem UNESCO Weltkulturerbe. Vom Fuße der Herkules bis zum Schloßteich von Schloß Wilhelmshöhe schieben sich in den Sommermonaten die Menschenmengen (außerhalb der Corona-Pandemie) mit dem Wasserlauf etwa 2,3 km durch die Grottenanlage abwärts.

Die erste Wasserfontäne schießt im ersten Wasserbecken mit Erklinkgen der Hörner von Faun und Zentur etwa 12 Meter in die Höhe – erzeugt alleine von Wasserdruck – zu hören bis zum Schloß hinunter. Ein Schauspiel, nicht nur zum Mitlaufen, auch von der Picknickdecke auf der großen Parkwiese aus lässt sich das Wasser wundervoll beobachten. Immer wieder bilden sich kleine Wasserfälle, bis zum 10 m Wasserfall an der Teufelsbrücke. Höhepunkt der etwa 90minütigen Wasserkünste ist dann die 52 Meter aufsteigenden Fontäne.

Und was gucken, wenn kein Wasser läuft?

Auch wenn die Wassertreppen trocken liegen, Wasserstellen gibt es reichlich. Der Fußweg über die Teufelsbrücke (von GEO gekürt zu einer der 10 schönsten Brücken Deutschlands), 10 Meter über dem Höllensee lohnt sich allemahl. Sieht es hier aus wie im Paradies, klingt die Sage aus der Mythologie zu diesem Ort eher düster. Nicht weit entfernt soll Pluto, der römische Gott der Unterwelt, in einer Grotte gesessen haben. Unsere Kinder hatten großen Spaß dabei, den Trampfelpfad zwischen den Felsen bis zum Wasser zu laufen. Nasse Füße inklusive.

Über DEN haben wir ja noch gar nicht gesprochen: Herkules

Der griechische Sagenheld ist DAS Wahrzeichen von Kassel und ist mindesten so bekannt wie die „Ahle Worscht“. Von dem Plateau aus, hat man einen grandiosen Blick über die Stadt. Auf einer Pyramide steht Herkules als Kupferfigur ist alleine über 8 m groß. Die senkrecht stehende Keule unter seiner linken Achsel soll der Figur den nötigen Stand geben. In seiner rechten Hand hält Herkules 3 Äpfel hinter dem Rücken. Sie stehen in der Mythologie für Liebe, Fruchtbarkeit und ewige Jugend. Die 535 Treppenstufen hoch und runter zu laufen, halten auf jeden Fall jung. Sportskanonoen legen die Treppenstufen in flacher Bauweise auch gerne in Lauftempo zurück.

Wer will der nächste Ritter mit der schwarzen Rüstung sein?

Ähhhhhm? Nein Danke. Denn der Sage nach zu urteilen, wird der, der die Rüstung trägt, sich als nächstes in die Unterwelt verabschieden. Zu bestaunen ist die schwarze Ritterrüstung in der Löwenburg. Etwa 20 Minuten Fußweg (1,5 km) sind es vom Herkules bis zur Löwenburg. Ein Abstieg vorbei an dem Steinhöfer Wasserfall, der sich lohnt. Künstlich angelegt ist der Wasserfall recht versteckt Teil des Wassersystems und besonders sehenswert im Zusammenspiel mit den Wasserspielen. Die Löwenburg ist heute ein Museum und erinnert mit ihrem Wassergraben, der Zugbrücke sowie teilweise als Ruine übrig gebliebenen Mauerwerk an eine längst vergangene Zeit. Schon von außen betrachtet lässt es das Herz jeder Prinzessin und jeden Ritters dahin schmelzen.

Rundweg für kleine Füße

8-km-Rundweg. Egal ob ihr am Schloss Wilhelmshöhe startet oder am Herkules Besucherzentrum – diese 5 Stationen versprechen viel Abwechselung. Für kleinere Kinder empfiehlt es sich die Rückentrage einzupacken. Wir waren gute fünf Stunden unterwegs, denn die vielen Bachläufe die sich durch den Park schlängeln, wurden ja beim wandern ganz nebenbei auch noch erspielt. Zwischen dem Herkules und dem Steinhöfer Wasserfall steht auf Höhe der Kaskaden eine nette Waldwirtschaft zum Einkehren oder einem obligatorischen Eis auf die Hand.

Wir lieben es, die Welt mit Kinderaugen zu sehen

Silke Kuri. Ich liebe die Farben des Lebens. Meist ist unser Familien-Alltag so bunt wie ein Feuerwerk, aber können wir durchaus auch uni. Alle gemeinsam oder jeder für sich – stets bemüht im Kampf gegen langweiligen Einheitsbrei.

Diese 5 Stationen bieten eine tolle Abwechselung

Station 1
Schloss

Station 2
Teufels-
brücke

Station 3
Herkules

Station 4 SteinhöferWasserfall

Station 5 Löwenburg

Die Crew der Rickmer Rickmers erwartet Euch wieder

[Werbung, unbeauftragt]

Hamburg. Nun waren wir schon wirklich sooooo oft in Hamburg. Aber nie hatten wir es geschafft, die Rickmer Rickmers an den Landungsbrücken zu betreten. Dabei liegt die dort schon fest seit 30 Jahren. Aber jetzt endlich: kurz bevor der historische Frachtensegler Anfang des Jahres wegen der Coronakriese buchstäblich die Segel strich, gingen wir an Bord des riesigen Museumschiffs. Seit Anfang Mai, ist die Schiffsbrücke wieder ausgeklappt und lädt kleine und große Piraten zu einem Besuch ein.

Ahoi auf Hamburgs grüner Lady

Nach meinen anfänglichen Überredungskünsten a la „Och kommt schon, nur mal kurz gucken“ mussten wir am Ende gleich zwei mal die Parkuhr nachlösen, so gefesselt waren wir alle von dem Programm. [Es gibt sicher günstigere Parkplätze als direkt unter der S-Bahn-Brücke, aber immerhin war der Weg für das Folgeticket nicht so weit]

Schon als wir noch festen Boden unter den Füßen hatten, machte sich die Aufregung bemerkbar. Stolze 97 Meter lang ist die Rickmer Rickmers. An Deck angekommen begrüßte uns der erste Seebär mit einem freundlichen MOIN, MOIN. Da wir ja eigentlich nur mal kurz gucken wollten, waren wir auf eigene Faust losgezogen, ohne Plan und ohne Kapitän. Leider. Denn gerne hätte ich mir die Seemanns-Abenteuer angehört, die das Schiff in den letzten 120 Jahren erlebt hat.

Historisches Museumsschiff an den Landungsbrücken Hamburg.

Unsere Test-Crew sagt: „Mega!“

Bei dem Anblick des eleganten Decks rutschten unserer Test-Crew gleich mehrer raue Töne heraus: „Alter, wie cool“. Eindrucksvolle Masten, die in den Himmel ragen…

[hier kann man sogar Kletterstunden buchen. Wie toll ist das denn bitte, mitten im Hafen?],

…ein Steuerrad, von dem man einfach nicht die Finger lassen kann, dicke Seile, eine riesige Schiffsglocke u. v. m.

Von außen konnte man schon den Blick in die einst kleine Kombüse werfen, in die Werkstatt und andere Arbeitsräume. Liebevoll arrangiert mit Kunststoff-Ratten zum Zählen und vielen Fragen, die es zu beantworten galt. Im Inneren waren wir noch mal baff, wie vornehm das Edelholz glänzte. Hier also hausten die Matrosen neben ihrem Kapitän, deren Kajüte noch mal mehr Glanz zeigte. Der Blick auf die Hängelampe zeigte, wie schwankend der Boden eigentlich war.

Blick in die Kombüse, die Schiffsküche der Seemänner.
Spannend: Auf dieser Meeres-Route war der Frachtsegler einst unterwegs.

In der Ausstellung, die immer wechseln, wurde an vielen Beispielen gezeigt, wie hart das Leben auf hoher See war. Neben Infotafeln zeigte ein Film, mit welchen Mitteln die Offiziere zurechtkommen mussten. Super gut gefallen hatte uns, dass die Besucher wirklich viel ausprobieren konnten, z. B. wie das Morsen geht, oder wie viel Kraft man aufwenden musste, so ein Segel mit Muskelkraft zu setzen.

Unser Fazit

Bewertung: 5 von 5.

Hier steckt die Liebe in allen Details. Wir vergeben 5 von 5 goldene Federn für dieses liebevoll hergerichtete und durchdachte Angebot für alle Altersklassen. Wenn ihr das nächste mal nebenan in der Speicherstadt sein solltet, fahrt die 5 Minuten U-Bahn oder lauft die 2 km – ein Besuch lohnt sich selbst bei Schittwetter, wie wir es hatten. Die Rickmer Rickmers ist absolut sehenswert und sollte auf eurer nächsten Hamburg-Tour nicht fehlen. Wir werden sicher auch ein weiteres dort halt machen.

Unser persönlicher Sahnehäubchen-TIPP:

Zum Abschluss das Fischbrötchen an den Landungsbrücken nicht vergessen!!

Informationen
Rickmer Rickmers

Geöffnet:
täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr

Wo: 
Hamburg, Landungsbrücken

Eintrittspreise: 
Familienkarte 15 €
Erw. 6 €, Kinder ab 4 Jahre 4 €

Zwei Schulbüchereien im Vergleich

[Anzeige, Verlinkung]

Kassel/Kasambya. Nach vier Tagen Buchausstellung bin ich beruhigt: Die Schüler an unserer Grundschule lesen tatsächlich noch. Schon zum zweiten Mal hatten wir Eltern letzte Woche in die Bücherei geladen und Neuerscheinungen vorgestellt.

Wozu wir Eltern uns die Arbeit im Herbst machen? Weil wir hoffen, dass auch in diesem Jahr wieder möglichst viele dieser Bücher in den Nikolausstiefeln stecken werden und unter dem Weihnachtsbaum liegen. Für die Medienvermittlung freut sich unsere kleine Schulbücherei außerdem über die Provision unseres Vertriebspartner borromedien. Von dem Einkaufsgutschein wandern wiederum neue Bücher für die Ausleihe in unsere Regale. Klingt super, oder?

Buchausstellung mit Eule

Binnen des letzten Jahres haben wir den Bücherbestand durch Sach- und Geldspenden fast vollständig ausgetauscht. Ja, man kann sagen, unsere Schulbücherei ist aus dem Dornröschenschlaf erwacht, hat alle Bücher der alten Rechtschreibreform verbannt und sogar die Öffnungszeiten erweitert. Dank motivierter Eltern und Lehrkräfte, die sich für neues Lesewerk an unserer Schule stark machen.

Bildung ist die stärkste Waffe um die Welt zu verändern! [Nelson Mandela]

Wo wir gerade über Schulbüchereien reden, muss ich euch unbedingt jemanden vorstellen: Peter Hurrelmann, ne Kölsche Jung mit großem Rheinländer-Herz. Vor 20 Jahren haben wir gemeinsam CeBIT gemacht. Heute machen wir gemeinsam Schulbücherei. Ich als Vorsitzende des Schulfördervereins, er als Projektleiter des Projekts „Hand in Hand for a better life„. Hinter ihm stehen zwei Teams (eins in Uganda, eins in Bad Honnef) die seit 2013 um Gesundheit, Chancengleichheit und Bildung für Kinder in Kasambya kämpfen.

Peter Hurrelmann (hinten links) und ein Teil seines deutschen Teams. (Quelle: Hand in Hand for a better life)

Bildung wird in Afrika fast ausschließlich mit Hilfe von Büchern vermittelt, schreibt mein Kollege Peter in seinem aktuellen Newsletter. Zu Weihnachten hat das Team eine wundervolle Geschenkidee kreiert, wie ich finde:

Mit 35 Euro (einmalig zu zahlen, also kein Abo!) kann jeder helfen, indem er ein Bücherfach mit zehn Büchern für die Schulbücherei in Kasambya spendet.

Eine Bücherkiste zu Weihnachten verschenken

Die Idee überzeugt mich schon ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Aber es geht noch weiter. Wer möchte, bekommt von einem der Schüler eine eigene Widmung in eines der Bücher geschrieben und erhält ein Foto mit Schüler und Widmung zurück.

Quelle: Hand in Hand for a better life

Ich finde die Idee wirklich super. Wenn jeder aus unserer Familie nur ein paar Münzen aus seinem Sparschwein zusammenkratzt, bekommen wir die 35 Euro schnell zusammen. Und ich freue mich jetzt schon auf die Diskussion mit unseren Kindern. Den eigenen verfassten Text in einem Buch zu lesen, das irgendwo in Afrika steht, in einer kleinen Schule, die so ganz anders aussieht als ihre eigene – das gehört schon zu den besonderen Erfahrungen.

Übrigens werden nicht nur Sachbücher für die Schüler bereit gestellt, es werden auch spannende Leseabenteuer von Prinzessinnen und Piraten, Poesie und Prosa zu finden sein. Hand aufs Herz: Wer macht mit?

Rückblick 2018

Ich verfolge die Entwicklung dieser Schule schon über einige Monate digital mit, eine Zeit in der viel bewegt wurde. Meilenstein in diesem Jahr: nach dreijähriger Existenz wurde die Schule um Internatsplätze erweitert. Im letzten Winter wurde zu Spenden von Schlafplätzen aufgerufen, die mit einer Botschaft versehen werden konnte. Zu wissen, wo genau das Geld ankommt und welche Verwendung es findet, finde ich gerade als Erklärung an unsere eigenen Kinder wirklich gelungene Transparenz. Klickt euch doch mal rüber in die Schule von Kasambya

Rückblick 2018: 70 Etagenbetten wurden für das Schulinternat angeschafft und mit persönlicher Widmung verziert. (Quelle: Hand in Hand for a better life)

Erlebnispark Ziegenhagen bald nur noch ein Märchen?

[Anzeige, unbezahlt]

Gerade stelle ich mir die Frage, ob ich euch überhaupt noch von unserem letzten Familienausflug in diesem schönen Freizeitpark, zwischen Kassel und Göttingen gelegen, erzählen soll. Aktuell erreichte uns die Nachricht über die Sozialen Netzwerke, dass es die letzte Saison für das Familienunternehmen gewesen sein soll. Grund: vorzeitig endender Pachtvertrag.

Wer mich kennt, weiß, dass ich Dinge nie isoliert betrachte, sondern immer als Ganzes. Und immer wieder lehrt mich das Leben: schließt sich die eine Tür, wird sich eine andere öffnen. Völlig unklar für die Öffentlichkeit aktuell, ob ein Verkauf ins Haus steht, ob der Betreiber weiter machen darf, ob das Anwesen überhaupt öffentlich weiter genutzt wird oder für eine private Nutzung angedacht ist…

Meine Empfehlung daher: Nutzt die Chance in den Herbstferien, lasst eure Kindheitserinnerung nochmal aufleben, habt mit euren Kindern Spaß und sagt leise „Ade“. Vielleicht ist es ein Abschied für die Saison, vielleicht auch endgültig.

Offiziell geöffnet bis zum 20. Oktober 2019

Wenn sich der Papa mit der Tochter im Hamsterrad dreht, schaut Mama lieber zu….

Noch bis zum 20. Oktober habt ihr täglich Zeit, einen spaßigen Tag auf dem ehemaligen Rittergut zu verleben – dann endet die Saison 2019 für den kleinen Familienbetrieb in Nordhessen offiziell. Je nach Wetterlage könnte der Park sogar noch an den beiden darauf folgenden Wochenenden inklusive Feiertag-Verlängerung bis zum 3. November für Euch öffnen. Ob es diesen Besucher-Bonus geben wird, bleibt also mit Blick auf die Wetterkarte abzuwarten.

Märchenzoo und Erlebnispark im Wandel der Zeit

Vielleicht kennt ihr diesen kleinen Park noch als „Märchenzoo“ aus eurer Kindheit? Ist nicht ganz falsch, denn so hieß er in den Siebzigern. Die Märchenfiguren gibt es heute noch überall im Park verteilt. Auch viele Spielgeräte sind bis heute geblieben. Und das auch ganz bewusst. Was ihr nicht mehr findet, sind Tiere. Die sind dem Wandel der Zeit zum Opfer gefallen. Ich habe mit Mike Stolzenberg über die aktuelle Gestaltung gesprochen und natürlich haben wir selbst als Familie ganz viel ausprobiert….

Wer in Ziegenhagen rasante Fahrgeschäfte erwartet, wird enttäuscht und sollte lieber 1,5 Stunden weiter fahren, zum nächst größeren Freizeitpark. Wer aber einen entspannten Tag mit glücklichen Kinderaugen erleben will, der hole sich ein Tagesticket, welches soviel kostet wie eine Kino-Karte. Absolut fair meiner Meinung.

Viele kleine Attraktionen warten darauf, erspielt zu werden. Darunter viele Fahrgeräte die selbst – vom Kind oder der Begleitperson – in Bewegung gesetzt werden müssen. Das Gelände ist gut überschaubar und rundherum eingezäunt. Kinder im Grundschulalter können sich auf den 26 h gut frei bewegen. Natürlich haben die Eltern eine Aufsichtspflicht und sollten ihre Kinder im Blick behalten. Wir haben das mit wechselnden Treffpunkten gelöst, an dem man sich alle 10 Minuten wieder trifft.

Seilbahn fahren über den See.
Mega Spaß – wenn Mama mal nicht achtsam ist… Bitte nicht nachmachen – dies ist ein Einzelsitz!!

Zielgruppe des Parks sind ganz klar Familien, egal ob mit Baby, Großeltern, Tante, Onkel oder Hund. Unsere Zweijährige hatte genauso viel Spaß wie unsere 8- bis 12jährigen. Das Gelände hat zwar etwas Gefälle, aber man kann sich mit Kinderwagen, Bollerwagen oder Rollator überall gut bewegen.

Quelle: Erlebnispark Ziegenhagen

Was uns besonders positiv aufgefallen ist

In dem ganzen Betrieb steckt unheimlich viel Herzblut. Ein Unternehmen in dritter Generation zu führen, ist ohnehin nicht mehr Selbstverständlich. Für Mike Stolzenberg stecken selbst viele Kindheitserinnerungen in dem Leben auf dem sogenannten Ziegenberg. In den letzten 2 Jahren hat er gemeinsam mit seiner Schwester, seit letzter Saison dann alleine, den Park weiter geführt und entwickelt.

Zurück in die Siebziger: Danke Bodo Redlin für dieses schöne Bildmaterial! http://www.bodo-redlin.de

Was Kindern vor 40 Jahren Spaß gemacht hat, macht Kindern von heute auch noch Spaß. Die Geräte sind zu Teilen alt und das ganz bewusst. Geht etwas kaputt, wird es schnellstmöglich repariert. Nach Möglichkeit sogar direkt, während der Betrieb weiter läuft.

Um die Ausgaben im wirtschaftlichen Rahmen zu halten, hat der Park nicht mehr jeden Tag geöffnet, sondern lediglich in den Schulferien täglich, sowie an den Wochenenden. Ist Dauerregen angesagt, bleibt der Tag ebenfalls geschlossen. Für angemeldete Gruppen öffnet der Park sogar extra auch an Werktagen. Den Park als Klassenausflug komplett für uns zu haben, war schon ein ganz besonderes Highlight!!

Besucher haben vier Möglichkeiten, sich den Tag über zu versorgen:

  1. Man bringt sich Picknick mit und macht es sich auf einer der vielen Bänke oder den Pallettenmöbel gemütlich.
  2. Mitgebrachtes Grillgut kann in einer der beiden Hütten auf den Grill gelegt werden. Die Hütten sind mit Kühlschrank und Sitzbänken ausgestattet und können bei Gruppenanmeldungen gemietet werden.
  3. Das Restaurant mit Außenterrasse bietet Klassiker wie Currywurst/Pommes oder frisch gebackene Waffeln, sowie ein wechselndes Tagesmenü auch für Vegetarier. Den Kaffee gibt es im Prozellanbecher oder im eigenen Cafe-to-go-Becher. Wer keinen dabei hat, kann sich außerdem einen kaufen. 3 Euro für einen Kaffee mit aufgeschäumter Milch finde ich durchaus fair.
  4. Am Eingang und beim Kinderkarusell gibt es ein kleines Kiosk mit Eiskarte und allerlei Süßigkeiten (Schnucke, wie man hier in Nordhessen sagt) – hier lieber einen Bogen rummachen oder die Kinder mit Ablenkungsmanöver dran vorbei lotzen 😉 Klebe-Alarm!!

Was uns gar nicht gefällt…

… sind Kritiker, denen die Kartoffel zu eckig geschält sind. Im Netz stoße ich immer wieder über kritische Stimmen, die Spielgeräte seien veraltet, der Eintritt zu hoch oder es wachse Unkraut.

Da möchte ich ganz bewusst gegen halten und stelle mir umgekehrt die Frage, welcher Privatmann hat denn etwas zu verschenken? Die Karte kostet weniger als eine Kinokarte und man kann weit aus länger bleiben. Die Geräte sind alt (und das ist gerade der Charme!!). Sie werden jährlich vom TÜV überprüft, wie es in allen Parks Vorschrift ist. Ja, es gibt Unkraut hier und da zwischen den Pflastersteinen. Aber ich habe noch nie ein Kind gehört mit Worten wie „Ihhhhh, ein Löwenzahn.“

Würde man also die Kinder zu Wort kommen lassen oder würden mehr Eltern aus Sicht der Kinder abstimmen, wäre das Ergebnis deutlich anders. Wir haben den Erlebnispark diesen Sommer als Familie sowie mit zwei Schulklassen unterschiedlichen Alters besucht. Der Gruppenpreis war absolut fair, am Service gab es überhaupt nichts zu meckern und ALLE, wirklich ALLE Kinder sind mit einem Glücksgefühl nach Hause gefahren.

Fazit

Wir hoffen sehr, dass es für Mike und sein Team mit dem Erlebnispark in Ziegenhagen auch in der nächsten Saison weitergehen wird. Das Tagesgeschäft ist nicht leicht, schon gar nicht, wenn es nur von März bis Oktober Geld einbringt und es keine staatlichen Fördermittel gibt. Toi, Toi, Toi, dass der Familienrat alle notwendigen Entscheidungen richtig treffen wird.

Wenn der Elefant aus dem Bilderbuch plötzlich vor einem steht

[Werbung, unbeauftragt]

Kronberg im Taunus. Unterstützt ihr den Zoo mit einem Familienbesuch oder macht ihr eher einen großen Bogen um solche Gelände? Wir sagen „Ja zum Zoo, nur fair muss er sein“. Elefanten müssen nicht rosarot sein, und Affen nicht in Bananenröcken tanzen. Shows dieser Art lehne ich ab. Wenn wir einen Zoo oder Tierpark besuchen, haben wir uns schon im Vorfeld über die Arbeit informiert, um diese mit einem Ticket zu unterstützen. Wir lassen uns auch gerne zeigen, wie Mensch und Tier zusammenarbeiten, mit Geduld und Vertrauen, leise, ohne Show und ganz sicher ohne Tütü.

Elefant im Zoo
Ajan: „So groß hatte ich mir die gar nicht vorgestellt.“
Einen Elefanten live an einem vorbei schlurfen zu sehen, ist schon toll.

Gepardennachwuchs im Opel-Zoo

Aber zurück zum eigentlichen Thema: Wir hatten in den Sommerferien den Opel-Zoo in Kronberg (Taunus) bei Frankfurt besucht. Der Besuch war lange im voraus geplant. Riesen Luftsprünge haben wir gemacht, als wir genaue einen Tag vor Anreise über die Medien erfahren haben, das die Geparden-Babys für die Besucher zugänglich sind. Die vierjährige Geparden-Mama „Jamira“ war mit ihren sechs Welpen (1 weiblich, 5 männlich) zurück in ihr Freigehege gezogen und wir konnten auf Sichtkontakt gehen.

Geparden Nachwuchs
Geparden-Dame Jamira hat Ende Juni 2019 sensationelle 6 Welpen zur Welt gebracht.

Die Kleinen sind gerade mal vier Wochen alt und waren für die Besucher bis dahin nur über Monitor zu beobachten. Der Blick in die Wurfkiste wechselte also zwischen schlafen und säugen. Jetzt sind die Kleinen etwas agiler, vorsichtig gesagt, aber wenn man in den nächsten Wochen im Opel-Zoo vorbei schaut, findet man sicher eine quirlige Raubkatzen-Bande vor.

Absoluter Empfehlungs-Tipp von uns: der Blick in die Geparden-Kinderstube in Kronberg. Vergleicht man die deutschen Tierparks stellt man schnell fest, diese edlen Raubkatzen werden nicht überall gehalten. Noch seltener ist eine eigene, gelungene Zucht. Der Kronberger Tierpark hält seit April 2010 Geparden, aber noch nie war eine Nachzucht geglückt.

Unser achtjähriger Geparden-Experte Ajan war schwer begeistert von dem Anblick der Geparden. Und auch wenn Jamari sicher ihre Höchstleistung in ihrem Gehege nicht zeigen kann (8-Meter-Sprünge von Null auf 100) auf uns wirkte sie zufrieden und glücklich in ihrer neuen Mama-Rolle…

Große Gehege für große Tiere

Was mir im Opel-Zoo auf den ersten Blick eher negativ aufgefallen ist, sind die Affen-Gehege. Vier meine ich, waren es an der Zahl, die mir einen eher kleinen und trostlosen Eindruck gemacht haben. Da hatten die Elefanten und Giraffen deutlich mehr Auslauf.

Tiere im Zoo
Suchbild

Nun hat ein Tierpark-Gelände nicht unbegrenzt Platz. Ein Geldbeutel beinhaltet auch nur begrenzt Gelder. Mehrere hunderttausend Euro haben allein diese beiden Gehege gekostet.

Gut finde ich daher, das nicht alle Tierarten im Opel-Zoo beheimatet sind. Getreu dem Motto, weniger ist mehr. Möchte man sich Eisbären oder Flußpferde anschauen, hat man hier in Kronberg kein Glück. Über die (Wieder-)Ansiedlung letzter Tierart denkt man aber schon lange nach. Viele Jahre lebten Flußpferde auch in Kronberg, allerdings mit vielen Schattenseiten. Flußpferd Maikel starb 2014 im Alter von 39 Jahren an einem verschluckten Tennisball. In der Kronberg-Geschichte ist sogar ein Flußpferd an einem verschluckten Regenschirm verendet. Solche Tragödien, die auf Unachtsamkeit von Menschen zurück zu führen sind, machen mich traurig.

Die Frankfurter Rundschau scheibt „Wut über Maikels Tod“ © Zoo Frankfurt

20 Millionen Euro sind für eine neue Flusspferdanlage mit aufwendiger Schwimmbadtechnik erforderlich. Die jährlichen Folgekosten würden laut Zoobericht bei 150 000 bis 200 000 Euro liegen. Mit Flußpferd Max verschwanden die grauen Riesen 2015 aus dem Opel-Zoo.

Frankfurter Neue Presse: Abschied von Flußpferd Max – er wohnt jetzt in Hannover. © Boris Schoeppner

Nachzucht und Auswilderprojekte pro Tierschutz

Das die Besucher einen Blick auf die Tiere bekommen, ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite zeigt aber auch die Teilnahme an Schutzprojekten (EEP – European Ex-Situ Programme), die Nachzucht und Auswilderprojekte umfassen. In Deutschland können wir aber meiner Meinung nach auf intensive Beobachtung diverser Tierschutzorganisationen darauf vertrauen, dass Haltung und Umgang der Tiere artgerecht erfolgen.

Jetzt ihr: Seid ihr mehr Flamingo oder mehr Lama?

Einhörner sind uns nicht begegnet, aber sagt mal ehrlich… seid ihr eher Kategorie Flamingo oder spuckendes Lama???

Flamingos

Informationen
Opel-Zoo

Geöffnet:
täglich von 9.00 bis 19.00 Uhr
(Einlass bis 17 Uhr)

Wo:
Kronberg im Taunus, bei Frankfurt/M.

Eintrittspreise:
Erwachsene 15,50 €, Kinder ab 3 Jahre 8,50 €
Familienkarte gehören nicht zum Angebot.
Ab 20 Personen reduziert sich der Eintritt jeweils um 1 Euro.
Hunde dürfen an der Leine geführt mit in den Zoo, allerdings nur mit gültiger Eintrittskarte für 2 Euro.

Regenschauer nicht einkalkuliert?

Nicht schlimm, wenn ihr den Regenschirm zu Hause liegen lassen habt. Der Opel-Zoo leiht euch kostenlos gegen 10 Euro Pfand große Schirme aus. Oder ihr kauft kleine Kinder-Schirme, als Andenken an einen verregneten Besuchs-Tag im Zoo, so wie wir es gemacht haben – für humane 9 Euro.

Drei Zoobesucher im Regen
Regen? Macht nichts. Der Opel-Zoo hält Regenschirme für euch bereit.

Wir wünschen euch viel Spaß bei eurem nächsten Besuch im Opel-Zoo. Schreibt mir doch mal, wie ihr den Tag dort so verlebt habt oder welche Tiere euch besonders faszinieren…. Euer Zeilenkauz.

#LBM – ich mag Dich als kleine Schwester der #FBM

Vor jeder Buchmesse komme ich ins Grübeln: Fahre ich oder fahre ich nicht nach Leipzig, um als Bücherwurm zwischen Kinder- und Jugendbüchern zu stöbern. Fahre ich? Fahre ich nicht? Fahre ich? Fahre ich nicht? Dieses Jahr habe ich wirklich lange mit mir gehardert…

Wollte ich mir wirklich wieder die Füße platt laufen? Von einem Vortrag zum nächsten hechten? Wenn mal wieder die nächste Lesung (die ich mir im Vorfeld mühevoll für den Terminkalender heraus kristallisiert habe) zeitgleich in der übernächsten Halle startet? Aber wo sonst bekommt man diesen bunten Blumenstrauß an Veranstaltungen rund um Neuerscheinungen, Trends und netten Gesprächen? Nach Ausreden suchen, gilt nicht. Also auf nach Leipzig.

„LBM2019, ich freue mich auf Dich!!!“

 

 

Wichteliges Winterwochenende auf der Ostseeinsel Fehmarn

[Werbung, Pressereise]

So ein Fehmarn-Urlaub beginnt für uns ganz klar mit der Überfahrt über die Fehmarnsundbrücke. Sobald wir die Brücke befahren, schalten zack – alle Familienmitglieder auf Urlaubsmodus.

Baustellen-Staus sind vergessen, die To-Do-Listen von zu hause abgehakt oder „on hold“ gelegt, denn ab dann heißt es: ENTSPANNEN, SEELE BAUMELN LASSEN, SPASS HABEN. Und das haben wir das erste Mal als Familie im Winter ausprobiert.


Unsere Reise ging in den Norden der Insel, in die Nähe von dem Naturschutzgebiet „Grüner Brink“. Genauer gesagt waren wir in Gammendorf. Wikipedia sagt, ein Dorf mit knapp 40 Häusern und noch mal halb so vielen Scheunen. Wir haben die Gebäude nicht gezählt, aber die Zahl könnte wohl hinkommen.

Einen Hof, haben wir uns sehr genau angeschaut, und zwar den Ferienhof Wichtelweide, ein kleines Idyll mit sehr viel Platz und rund um Natur. Der Bio-Hof wird schon seit mehreren Generationen von der Familie Weiland geführt. Davon gibt es auf der Insel übrigens so viele Namens gleiche Vermieter, wie anderorts Müller, Meier, Schulze. Wir waren bei Hilke und Patrick zu Gast, die mit ihren beiden Kindern und Eltern selbst auf dem Bauernhof wohnen.

Schon direkt bei Ankunft fällt der großzügig angelegte Garten ins Auge: Platz zum Spielen und toben soweit das Auge reicht. Ein Paradies mit vielen Versteckmöglichkeiten für kleine Entdecker. In einem Zauberwald galt es Wichtel zu entdecken, die sich auch vor, hinter, neben oder zwischen den Gebäuden befanden – man musste schon genau hinschauen oder sich auf die Lauer legen…

Aber es gab nicht nur kleine und große Wichtel. Auf dem Ferienhof leben auch vielen Fellnasen die von den Gästen mit versorgt werden. In der Scheune hieß es, „hereinspaziert, unsere Tiere vertragen zu jeder Tageszeit eine Streicheleinheit“. Wer bei der Stallarbeit helfen wollte, traf sich am Morgen um 9:30 Uhr zur gemeinsamen Fütterung von Ponys, Ziegen & Co. Alle Abläufe waren so strukturiert, das vom Kleinkind bis zum Schulkind jeder seine eigenen Aufgaben übernehmen konnte.


Nach dem täglichen Füttern, wechselte sich das Programm nach einem Wochenplan ab. Mal wurden die Ponys für geführte Ausritte gesattelt oder der Trecker aus dem Schuppen geholt um ein paar Runden zu drehen. Dino-Cettcars zum selber fahren gibt es auf dem Hof in reichlichen Ausführungen. Wer sportlich genug war, konnte damit auch zum nächsten Strand fahren, der 3 km entfernt lag.


Es war also immer was los. Langeweile war ein Fremdwort, Bücher lesen leider auch. Die gemeinsamen Aktivitäten in der Wohnung hatten sich beschränkt auf gemeinsames Kochen und Karten-Spielen am Abend. Dabei war die Wohnung zauberhaft eingerichtet, eben nicht nur zum Schlafen und schnell verlassen, sondern mit Liebe zum Detail, so wie wir es mögen.

Im Sommer können sich Kinder sogar einen Schlafsack bei Hilke holen und im Stroh schlafen. Das fanden wir auch eine wirklich witzige Idee.


Oft haben wir als sechsköpfige Familie das Problem, bei der Freizeitgestaltung jedem Einzelnen gerecht zu werden. Nicht so an unserem Familien-Wochenende auf dem Wichtelhof. Jeder konnte auf dem Hof das Tun was er wollte. Und am Nachmittag ging es mit teegefüllter Thermoskanne zum Strand. Da waren sich auch alle einig.

Unterwegs auf der Insel standen wir hier und da vor verschlossener Tür, weil die Saison erst im März wieder richtig beginnt. Das hat uns aber wenig gestört. Es gab genügend Möglichkeiten einzukehren oder bummeln zu gehen. Und Fehmarn war sogar so entgegenkommend, und hat im Februar keine Parkgebühren erhoben – das fanden wir sehr sympatisch.

Fehmarn im Winter – sehr empfehlenswert. Und der Ferienhof Wichtelweide bekommt ebenfalls alle Sympathiepunkte von uns.

Paul Maar und sein Snuffi

[Anzeige]
Vorweg… ich fahre seit drei Jahren auf beide große Buchmessen, im Frühjahr nach Leipzig und im Herbst nach Frankfurt/M. Vorab lege ich jedesmal einige Schwerpunkte fest und definiere diese auch mit jedem Besuch neu. Bisher war mein Ansatz, möglichst viele Lesungen zu hören. Dieses Mal in Frankfurt habe ich mir bewusst Zeit genommen, von nur einem Buchautor zu hören, was er zu sagen hat. Dafür aus verschiedenen Blickwinkeln.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Paul Maar. Jeder der mit Kinderbüchern zu tun hat, kennt das SAMS von Paul Maar. Dabei ging es auf dieser Messe in erster Linie nicht um den kleinen rothaarigen Kobold mit den Wunschpunkten im Gesicht. Vielmehr um seinen neuen Kinderbuch-Held „Snuffi Hartenstein“. Zum Einstieg verfolgte ich also Paul Maars Lesung im Lesezelt. Das Paul Maar schon 80 Jahre alt ist, sieht und hört man ihm nicht an. Im Gegenteil macht es Freude dem Kinderbuchautor zuzuhören.

Seine neue Geschichte handelt von dem Hund Snuffi, den es nur als Freund in der Phantasie eines Jungen gibt und der auf dem Abstellgleis gelandet war. Die Geschichte beleuchtet also nicht – wie man zunächst vermuten mag – die Beziehung Kind plus Hund, sondern beginnt bei Schnuffies Frage „Ich bin doch ein Phantasiehund – wo soll ich hin, wenn ich nicht mehr gebraucht werde?“ Eine warmherzige Geschichte, über einen mittelgroßen, gefleckten Hund und einen Mops, die beide auf der Suche nach neuen Aufgabe in der Phantasie der Kinder sind.

Vielleicht hätte die Fragerunde im Anschluss der Lesung im Lesezelt schon gereicht für eine Blick hinter die Kulissen, doch hätte ich etwas verpasst, wenn ich mir das Interview von Roswitha Budeus-Budde am Stand der SÜDDEUTSCHE ZEITUNG nicht angehört hätte. Ein lebendiger Wortwechsel mit interessanten Fragen nicht nur zur Person Paul Maar und seinen Kinderbuchfiguren sondern auch zum Schreibstil und möglichen, politischen Botschaften in seinen Kinderbüchern. Nicht immer hat Paul Maar gezielt auf die Frage geantwortet. Manchmal genügte auch ein Lächeln um zwischen den Zeilen zu lesen…

Für den Fall das ihr einmal in die Gelegenheit kommt, Paul Maar zu treffen… Kann ich Euch den Tipp geben, stellt ihm nicht die „Out-Frage“, die er wohl schon an die 1000 mal beantworten musste: „Welchen Wunsch würden Sie für einen Wunschpunkt einlösen, wenn Sie die Wahl hätten?“ Paul Maar wird diese Frage mit hoher Wahrscheinlichkeit  charmant umgehen wie in Frankfurt. „Das kommt ganz auf meine Lebenssituation an, ob ich mir den Weltfrieden wünschen soll, oder das Taschentuch um meine triefende Nase zu stoppen.“

Aufgeregte Leseratten und ich in der Jury

lesewettbewerb
Jona aus der 4. Klasse.

Das war ja mal ein spannendes Abenteuer – ich als Mitglied einer Jury. Die Grundschule im Ort veranstaltet jedes Jahr einen Lesewettbewerb und kürt die besten Leseratten aus den 3. und 4. Klassen. Jede Klasse hatte drei ihrer besten Leser ins Rennen geschickt.

Zunächst galt es, in einer vorgegeben Zeit aus der eigenen Lieblingsgeschichte vorzulesen. Im zweiten Teil musste aus einem unbekannten Text gelesen werden – schon kniffeliger.

Bis dato hatte ich nur Autorenlesungen besucht. Aber die kleinen Leser standen dem in nichts nach. Die Betonung an den richtigen Stellen hat alle Zuhörer mit in die Geschichten genommen. Und immerhin, saß dort ja mit allen Schüler ein recht großes Publikum.

Spannend fand ich die Wahl der Schüler ihrer Lieblingsbücher. Einen Großteil kannte ich. Klar war ein Band von „Die Schule der magischen Tiere“ dabei. Bei uns zu Hause wird diese Reihe auch gerade nach und nach verschlungen [Achtung Zusatz: unbezahlte Werbung].

lesewettbewerb
Die Jury bei der Arbeit: Schnelligkeit, Betonung, fehlerfreies Lesen – das braucht eine große Zettelwirtschaft beim Notieren…

Mehr als baff war ich zugegeben, als ein Junge aus seinem Mathebuch vorgelesen hatte. Bis dahin war mir wirklich nicht klar, dass in einem Zahlenbuch soviel Text stehen kann. Aber es sei nunmal sein Lieblingsbuch, ein hieb- und stichfestes Argument dem die Jury nichts hinzuzufügen hatte. Ein Text ohne Spannungsbogen würde ich mal sagen 😉

Mit in der Jury saßen übrigens die beiden Klassenlehrerinnen und Lese-Omi Gitte, ein wahrer Schatz für die Schule. Wo im Schulalltag die Zeit fürs Lesen fehlt, übernimmt sie den Part des Zuhörers oder liest selbst etwas vor. Ich vermute, alle Kinder (und das sind über 100) kennen und lieben es, für Oma Gitte zu lesen. Das Lesen hat also einen großen Stellenwert an unserer Schule.

Mir hat es wirklich Spaß gemacht, einen Vormittag mit den kleinen Leseratten zu verbringen. Eine interessante Erfahrung, welcher Lesestoff bei den Kids gerade total angesagt ist…