Konsum gesteuerte Wegwerfgesellschaft?

Geht es nur mir so oder nehmt ihr auch gerade eine extreme Bewusstseins-Veränderung in der Weihnachtszeit wahr? Es mag daran liegen, dass mein Wahrnehmungs-Sinn als freie Journalistin besonders geschärft ist. Jedenfalls sind mir vor Heiligabend noch nie so viele Wohnzimmer-Posts mit leuchtenden Kerzen auf dem Weihnachtsbaum in den Social Netzwerken aufgefallen, wie in diesem Jahr. Selbst unserem Jüngsten ist es nicht entgangen, dass man in der Nachbarschaft schon weit vor Heiligabend geschmückte Tannenbäume durch die Fensterscheibe sehen konnte (was natürlich direkt Fragen aufwarf wie „Haben wir Weihnachten verpasst?“).

Und schwups, noch bevor die Geschäfte vor Neujahr wieder schließen, ploppen die ersten Bilder von den weggeräumten Weihnachtskugeln hoch. Eigentlich liebe ich es, mich in die Rolle der verschiedensten Zielgruppen zu versetzen. Wenn ich in Ratssitzungen sitze um zu hören wo Bürgern der Schuh drückt oder wenn ich mir Geschichten für Kinder ausdenke, die im Zeitalter von WLAN und nicht zwischen Limonadenbäumen aufwachsen. Aber so manchem Wandel oder gar dem Abstrich von Werten, gebe ich in der Tat privat keine Chance. Da bin ich gerne altmodisch, wenn wir unsere Kerzen erst zur Bescherung anzünden (Zugegeben, so altmodisch nun doch nicht, wir stecken den Netzstecker in die Steckdose. Alles andere wäre bei vier Strolchen, die um den Baum tanzen, fahrlässig). Das Jesus-Kind zieht bei uns erst am 24. Dezember in die Krippe. Sogar unser Weihnachtsbaum darf stehen bleiben, bis zum 6. Januar.

Passend, mit so viel mehr Vorfreude, freue ich mich zum Jahreswechsel auf den Besuch eines Wanderschäfers. Seit Jahren kommt er um diese Zeit mit seinen Schafen hier an und verbringt die Wintermonate in unserer Region. In dieser Zeit besuche ich ihn öfters. Mal mit Kindern, mal alleine. Wir gehen ein paar Schritte gemeinsam und es ist so wunderbar heilsam für einen Moment dem schnelllebigen Alltag zu entfliehen. Auf das Wesentliche zu schauen und mit wie wenig man eigentlich auskommen kann. Fernab vom Christmas-Wahn, der so wenig mit Weihnachten zu tun hat.

Wanderschäfer Frank Plötzer im Interview:

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