Sinn oder Unsinn? #documenta14

Ich gestehe, Kassels Weltkunstausstellung documenta, die dieses Jahr erstmalig an zwei Orten stattfindet, hat mich noch nie sonderlich interessiert. Dieses Jahr ist das anders. Begeistert hat mich schon im Vorfeld das Vorhaben von vier Langstrecken-Reitern, die ein symbolisches Band zwischen den beiden Veranstaltungsorten Athen und Kassel legen wollen.

Am Tag der Eröffnungsfeier im April war das Quartett in Athen aufgebrochen – vor ihnen eine 3.000 km Strecke die nach Nordhessen führt. Ihr Experiment The Athens-Kassel Ride 2017 soll zeigen, wie man Grenzen eines vereinten Europas per Pferd überwinden kann. Eine großartige Idee, wie ich finde. Am 9. Juli will die Gruppe in Kassel eintreffen und läuft quasi an meiner Haustür vorbei. Chapeau – dieser Termin ist fett in meinem Kalender markiert!

documenta

Entstehung des Parthenon der BücherThe Parthenon of Books in Kassel.

Aber auch sonst kann man Kassels Vorbereitungen auf die documenta bereits spüren. Das Parthenon der Bücher ist ein weiteres Projekt, das in mir großes Interesse geweckt hat. Parallel zum gleichen Kunstwerk The Parthenon of Books in Athen, entsteht auf dem Kasseler Friedrichsplatz zur Zeit ein Büchertempel aus verbotenen Büchern.

Rund 100.000 Bücher aus aller Welt, die entweder früher verboten waren und heute wieder gedruckt werden oder immer noch verboten sind, werden für die Realisierung benötigt. Die bisher gespendeten Bücher reichen längst noch nicht aus, der Spendenmarathon läuft weiter.

Hand aufs Herz, wer hat noch einen Harry Potter Band von Joanne K. Rowling liegen, den er spenden möchte? Oder Werke von Berthold Brecht? Erstaunlich, welche Werke alle auf der Liste der verbotenen Bücher stehen.

Ist das Kunstwerk geglückt, sollen am Ende der documenta alle Bücher an die Besucher verteilt werden. Als Zeichen der Wiedersetzung gegen das Verbot der Texte, der mutwilligen Verbrennung der Bücher und der Verfolgung der Autoren ist es der argentinische Künstlerin Marta Minujin wichtig, die zensierten Werke wieder in Umlauf zu bringen. Eine geniale Idee der Wertschätzung!

Und was ich ganz am Rande der Kunstausstellung für mega galaktisch gut befinde, ist ganz nebenbei: das Logo. Na? Wer kennt den lustigen Vogel?

documenta 14

Kassel, 10. Juni – 17. September 2017
Athen, 8. April – 16. Juli 2017

2 Gedanken zu “Sinn oder Unsinn? #documenta14

  1. Kirsten schreibt:

    Wirklich erstaunlich, welche Titel sich auf der Liste befinden!
    Wenn ich mich nicht so schwer von Büchern trennen könnte, hätte ich eine ganze Reihe von Werken, die ich spenden könnte… Das hätte ich nicht gedacht!

    Gefällt 1 Person

  2. Nicole Kühne schreibt:

    Superinteressant was da auf der Liste steht. Hab mich auch grad mal reingeklickt. Da hat ja wirklich bestimmt fast jeder was von zu Hause liegen. Auf den Gedanken wäre ich gar nie gekommen. Also dass auch ich ein Spender sein könnte. Oh ich hoffe dass bei der Führung dort ein bisschen was drüber erzählt wird, warum so bekannte Bücher – ja sogar Kinderbücher wie Mobby Dick und Alice im Wunderland – zu einem Verbot gekommen sind. Sehr spannend.

    Gefällt 1 Person

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